Antiquit�ten Kunsthandel in Berlin und Steinach Anja Ritter Kunsthandel

SALOMON ADLER (1630 - wohl 1709) "Selbstbildnis"

norditalienischer Portraitmaler

um 1660

Öl auf Leinwand

Provenienz: wohl Schloss Salzdahlum, später Gutshaus Niedersickte bei Braunschweig

auch: Salomon von Danzig, Salomone di Danzica, Salomone dall´Her de Andegavia

getauft am 14. März 1630 in Danzig - gestorben wohl am 21. Januar 1709 in Mailand

103,5 x 134,5 cm

Salomon Adler wurde in Danzig, in einer da zeitweise zu verschiedenen Staaten gehörenden und dadurch weltoffenen und kunstsinnigen Metropole, als Sohn eines Tuchscherers geboren. Er ging, zusammen mit dem bekannten Tiermaler Andreas Ruthardt, bei dem durch seine Bildnisse und Tierstücke berühmt gewordenen Danziger Maler Daniel Schulz in die Lehre. Hier erhielt er die ersten richtungsweisenden Prägungen, die auch sein künftiges Oevre beeinflussen sollten. Ebenso ist der Meister von jeher mit der niederländischen Malerkultur, die ja ihre Ausläufer bis nach Danzig hinüberstreckte, vertraut gewesen, sodass er, wie viele andere Künstler des 17. Jahrhunderts vom geheimnisvollen Reiz Rembrandts berührt worden war, was außerdem durch das phantastische Moment in seinen Werken im Allgemeinen und die orientalische Akzentuierung in seinen Portraits im Besonderen zum Ausdruck kommt. Danzig selbst hatte zudem viele talentierte Gelehrte und Künstler in die Welt gebracht.

Anfang der 50-ger Jahre des 17. Jahrhunderts ging Adler zum Zwecke der künstlerischen Weiterbildung, wie viele seiner Kollegen aus Ober- und Niederdeutschland, wie z.B. Hans von Aachen, Christoph Schwarz, Hans Rottenhammer, Adam Elsheimer, Johann Liss, Johann Heinrich Schönfeld, Ulrich und Carl Loth, der Tradition anderer großer Namen folgend nach Italien, wo er entscheidende Eindrücke in Venedig erhielt, die von der Portraitkunst eines Nicolò Remieri und Tibero Tinello geprägt waren, auch gab es wohl Kontakte zu Sebastiano Bombelli und er pflegte Beziehungen zu den damals fortschrittlichsten Künstlern, die wegen ihrer Vorliebe für starke Hell-Dunkel-Kontraste auch „tenebrosi“ genannt wurden. Bildnisse des Künstlers aus den Jahren 1677 – 1691 weisen ihn als in Bergamo und Mailand sehr geschätzten und berühmten Bildnismaler aus, sodass er in Italien in hoher Achtung stehend bis an sein Lebensende blieb.

Das Typische in Adlers Arbeiten, die unter anderem für eine unkonventionelle Portraitauffassung bekannt waren, ist eine momentane psychologische Wirkung in seinen Darstellungen, die mit ihrer Andersartigkeit Furore machten und die er, wie vor allem seine Selbstbildnisse zeigen, mit einer jovial-weltmännischen Haltung kunstvoll zu verbinden wusste. Mit der warmen menschlichen Art seiner Portraits und seiner Sensibilität avancierte er zu einem der beliebtesten Portraitisten des norditalienischen Adels.

Die bekannten Werke des Meisters Salomon Adler sind wohl etwas mehr als ein Dutzend Gemälde an der Zahl. Sie hängen vor allem, da er ausschließlich für Privatpersonen gemalt hat, in den Ahnengalerien der Adelspaläste des Veneto und der Lombardei, aber auch an hervorragenden öffentlichen Stellen, wie den Uffizien in Florenz, der Brera in Mailand, dem Museum der bildenden Künste zu Budapest, sowie dem Museum Stefano Bardini in Firenze und dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

       

Salomon Adler: "Selbstbildnis" Ufffizien          Adler: "Selbstbildnis" Brera Mailand

Florenz Salomon

 

Literatur:

Drost, Willi: „Der Danziger Maler Salomon Adler (1630 bis nach 1691) in Italien“ in: Neue Beiträge deutscher Forschung, Wilhelm Worringer zum 60. Geburtstag

Saur: Allgemeines Künstler-Lexikon, Bd. I

Thieme/Becker: Allgemeines Lexikon bildender Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 1999, Bd. XXIX, S. 354

 


Zurück

 

Anja Ritter Kunsthandel
Mobil: +49(0) 157 / 83 03 48 65 · kontakt@anja-ritter-kunsthandel.de · www.anja-ritter-kunsthandel.de