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FRANS POURBUS d. J. ( 1569 - 1622 ) zuzuschr. - Portrait "Maria de Medici"

Öl auf Eichenholz

datiert oben rechts "AN 1605"

originaler Rahmen ( roteingefärbter Schildpatt, Flammleiste ) 

66 x 52 cm

 

Der Maler Frans Pourbus der Jüngere:

Frans Pourbus (* 1569 in Antwerpen; † vor 19. Februar 1622 in Paris) war ein niederländischer Maler. Pourbus war der Sohn des Malers Frans Pourbus (der Ältere). Seinen ersten künstlerischen Unterricht bekam er bei seinem Vater. Mit 21 Jahren wurde er 1591 in die Lukasgilde aufgenommen. Später ging er nach Italien, wo er seit 1600 Hofmaler des Herzogs von Mantua wurde. 1610 ließ er sich in Paris nieder, wo er unter den Königen Heinrich IV. und Ludwig XIII. Hofmaler des französischen Königshauses wurde. Er portraitierte neben Maria auch Heinrich IV, Franz von Assisi und andere bekannte Persönlichkeiten.

Museen in denen man Gemälde von Frans Pourbus bewundern kann:

Louvre Museum, Paris, Frankreich

Metropolitain Museum, New York, USA

Eremitage Museum, Sankt Petersburg, Russland

Rijksmuseum, Amsterdam, Niederlande

 

Maria de Medici, ein bewegtes Leben:

Maria wurde am 26. April 1575 als jüngstes von sieben Kindern des Großherzogs der Toskana, Franz I. (Francesco I. de’ Medici) und seiner Frau, der Erzherzogin Johanna von Österreich, geboren. Maria war die zweite Frau des französischen Königs Heinrich IV. und Mutter Ludwigs XIII. Die Ehe Marias mit Heinrich IV. wurde am 5. Oktober 1600 in Florenz geschlossen. Am 27. September 1601, knapp zehn Monate nach der ersten Begegnung mit Heinrich, brachte Maria den späteren Ludwig XIII. zur Welt. Gut vier Jahre später, als junge Mutter und Frau des Königs von Frankreich, wurde Sie von Frans Pourbus d.J. auf unserem feinem Gemälde portraitiert.

Am 13. Mai 1610 wurde Maria in der Basilika Saint-Denis zur Königin gekrönt, um im Falle von Heinrichs Tod die Regentschaft für den unmündigen Ludwig übernehmen zu können. Bereits am folgenden Tag wurde Heinrich, bei dem insgesamt 18. Attentat auf ihn, von dem katholischen Fanatiker François Ravaillac erdolcht, und Maria, die zuvor niemals Interesse an Politik gezeigt hatte, übernahm die Funktion der Regentin.
Maria behielt die Regentschaft inne, auch als ihr Sohn Ludwig 1614 volljährig, gekrönt und damit regierungsfähig war. Sie wollte ihre bisherige Machtstellung nicht aufgeben und hielt ihn von den Regierungsgeschäften fern.
1617, im Alter von 16 Jahren, befreite sich Ludwig XIII. mit Unterstützung seines Favoriten, Charles d’Albert, duc de Luynes, von der Bevormundung seiner Mutter und lies sie nach Blois verbannen.
Knapp zwei Jahre später gelang ihr mit Hilfe des Herzogs von Epernon in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1619 die Flucht nach Angoulême, wo sie sich gemeinsam mit ihrem zweiten Sohn Gaston einer erfolglosen Revolte gegen den König anschloss.
Auf Vermittlung von Richelieu, der seine Karriere nicht zuletzt Maria verdankte, versöhnten sich Ludwig und sie noch im Jahr 1619, und sie durfte an den Hof zurückkehren. 1622 wurde sie sogar wieder in den königlichen Beraterstab aufgenommen. Richelieu wurde dank ihrer Fürsprache im gleichen Jahr zum Kardinal erhoben und stieg wenig später, nach dem plötzlichen Tod von Charles d'Albert, zur rechten Hand des Königs auf. Maria musste nun erkennen, dass ihre Versuche, wie früher Einfluss auf ihren Sohn auszuüben, an der Macht ihres einstigen Weggefährten Richelieu scheiterten, der mittlerweile zum Minister ernannt worden war. Es begann, nicht nur zwischen Mutter und Sohn, sondern auch zwischen Maria und Richelieu zu kriseln.
Als dieser begann, ihre Spanienpolitik zu revidieren, versuchte sie im November 1630 in direkter Konfrontation, ihn zu entmachten. Vor die Wahl zwischen Mutter und Minister gestellt, entschied sich Ludwig XIII. am 11. November 1630, dem sogenannten Journée des dupes, für Richelieu und stellte Maria im Schloss Compiègne unter Hausarrest.
Im Juli 1631 flüchtete sie in die spanischen Niederlande nach Brüssel. Dort erfuhr sie, dass man ihr in Frankreich Hochverrat vorwarf. Nach Verkündung des Urteils, das sie für schuldig erklärte, wurde sie geächtet und ihr Besitz beschlagnahmt. Als Folge hiervon wollte kein Fürst sie auf Dauer in seinem Land aufnehmen. Nach einer Odyssee zwischen den Niederlanden, der Schweiz und England, fand sie schließlich in Köln eine bescheidene Bleibe bei ihrem Freund Peter Paul Rubens.

Obwohl sie Mutter des Königs von Frankreich und der Königinnen von Spanien und England war, verstarb Maria von Medici 1642 einsam und verarmt in Köln in Rubens Haus in der Sternengasse. Ihr Herz wird im Kölner Dom hinter dem Dreikönigenschrein aufbewahrt. Ihre Gebeine wurden nach Paris überführt und in der Grablege der französischen Könige, der Basilika Saint-Denis, beigesetzt.

 

Maria de Medici und die Kunst

Wie ihre florentinischen Vorfahren nutzte Maria die Kunst, um „grandeur“ zu zelebrieren und eine Legende über ihr Leben und ihre Person zu schaffen. Ihre Art, Kunst als Mittel zum Zweck der Darstellung von Macht einzusetzen, trug wesentlich dazu bei, dass die italienische Kultur in Frankreich weitere Verbreitung fand.
Sie unterstützte wie keine andere französische Königin vor ihr die Künste. Autoren wie François de Malherbe und Guillaume du Vair oder der Maler Nicolas Poussin verdankten ihre Karriere Marias Mäzenatentum.

In den Jahren 1615 bis 1620 ließ sie sich von dem Architekten Salomon de Brosse das Palais du Luxembourg als repräsentativen Witwensitz mit dem angeschlossenen Park Jardin du Luxembourg errichten und von 1622 bis 1625 durch eine Gemäldefolge, den so genannten Medici-Zyklus, von Peter Paul Rubens ausgestalten. Die 21 Bilder zeigen Stationen aus ihrem Leben und sind heute im Louvre zu sehen.

.Maria de Medici von Peter Paul Rubens, 1621 / 1625

Maria de Medici von Peter Paul Rubens 1621/1625

 

 


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