Antiquit�ten Kunsthandel in Berlin und Steinach Anja Ritter Kunsthandel

Demi-Lune"- Kommode

Frankreich, Louis XVI. (um 1780)

Rosenholz, Palisander, Ebenholz und Buchsbaum furniert,

originale Marmorplatte,

originale Schlösser und Beschläge

80 x 106 x 55,5 cm


Der außergewöhnliche Typus der französischen Demi-Lune- oder zu deutsch Halbmond-Kommode war eine neuartige Entwicklung des angehenden Louis-seize, die mit anderen Formen der Epoche einherging, jedoch viel seltener auftrat, sodass die wenigen heute erhaltenen Stücke wahre Raritäten darstellen.
Die klassische Formeneleganz dieser graziösen Halbmondkommode, sollte auch über hundert Jahre später und mit großem Erfolg im Art Deco wieder adaptiert werden und erneut die Räumlichkeiten stilbewusster Möbelliebhaber zieren.

So besteht unsere ausgefallene Demi-Lune-Kommode aus zwei mittigen Schüben „sans traverse“, die ebenso wie die zwei seitlichen Türen von feinen, eingelegten Louis XVI.-Bändern aus Ebenholz und Buchsbaum gerahmt sind und ein wunderschönes Rosenholzfurnier aufweisen, das in Kreuzfuge diagonal verleimt ist. Lässt man den Blick schweifen, so eröffnen sich einem weitere Augenfreuden wie die zarten Fileteinlagen, die allseitig umlaufenden Zierfriese, sowie die farbig kraftvollen Intarsienarbeiten der vier sich verjüngenden Vierkantbeine und der Lisenen, ebenfalls aus Buchsbaum und Ebenholz auf einem Grund von Palisander. Die hell-dunklen Fileteinlagen als Friesdekoration und als Kannelureneinlagen an den Lisenen sind dabei ein typisches Dekorationsmotiv des frühen Klassizismus, das man an den Kommoden zahlreicher französischer Meister findet.
Das so entstandene vollendete Erscheinungsbild unserer Kommode verlangte nach einer, für Frankreich eher sparsam gehaltenen Bronzedekoration, die aus jeweils zwei gedrehten Bronzebändern, die als Zugringe für die Schübe dienen, sowie drei weiteren mit Schleifen und Zöpfen versehenen, bronzenen Schlüsselschildern besteht.
Als oberer Abschluss und Deckplatte fungiert eine originale, graubraun-weiss geaderte Marmorplatte, welche wohlkontrastiert das dezent gehaltene Gesamtbild abrundet.

Die klassische Erscheinung dieser Kommode kombiniert mit der bestechenden Feinheit ihres Furnier- und Intarsienbildes, sowie die ausgewogene Proportionierung machen diese Demi-Lune-Kommode zu einem Erlebnis inspirierter Wohnkultur, in der moderne Wohnformen mit hochwertigem Wohnmobiliar der bis heute stilbildenden Epoche des Louis XVI. eine wunderbare Mélange ergeben, die der Redewendung „My home is my castle“ eine ganz neue Bedeutung verleihen.


Vergleichsliteratur: B. Langer/ H. Ottomeyer: „Die Möbel der Residenz München – Die französischen Möbel des 18. Jahrhunderts“, S. 167


 


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Anja Ritter Kunsthandel
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