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Bedeutende, höfische Barock - Kommode des kurfürstlichen Hofschreiners JOHANN JACOB KIESER

Bedeutende, höfische Barock - Kommode
reichst intarisiert

zuzuschreiben Johann Jakob Kieser, Hofebenist am kurpfälzischen Hof in
Mannheim, um 1760

Nussbaum, Nussbaumwurzel, Berberitze, Ahorn, Buchsbaum
und Zwetschge auf Weichholz furniert
originale Schlösser und Beschläge

Maße: 89 x 145 x 72,5 cm

Diese wunderschöne, qualitativ hochwertige und aufwendig mit größter Feinheit und Vielfalt intarisierte Barockkommode mit drei kleinen und drei großen Schüben ist dem Hofebenisten des kurpfälzischen Hofes in Mannheim Johann Jakob Kieser zuzuschreiben und befindet sich in einem originalen Erhaltungszustand.

Der Hofebenist Johann Jakob Kieser, der von 1734 bis 1786 lebte, wirkte unter dem Mannheimer Kurfürsten Carl Theodor, dessen Name für die wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit Mannheims im 18. Jahrhundert und für den Aufstieg der Stadt zu einem der Kristallisationspunkte des europäischen Barock steht. In seiner Regierungszeit wurden der Bau der kurfürstlichen Residenz mit Schloss und Schlosskirche, eine der größten barocken Schlossanlagen in ganz Europa, sowie der Sommersitz in Schwetzingen vollendet. Das Leben in Mannheim entfaltete einen bislang nicht gekannten höfischen Glanz.

Carl Theodor war ein aufgeklärter Landesherr, gerühmt für seine intellektuelle Neugierde und Toleranz, seine Bildung und seinen Kunstgeschmack. Wissenschaft und Kunst förderte er weit über das übliche Maß hinaus.

So ist wohl auch unsere Kommode ein zweifelloses Spitzenwerk ebenistischer Möbelkunst dieser künstlerisch fruchtbaren mannheimer Barockzeit.

Das reiche Spektrum des Dekorationsprogrammes dieser höfischen Kommode ist in seiner hohen Ausführungsqualität mit den Arbeiten der größten deutschen Ebenisten, vor allem aber, aufgrund der Dreiteilung des Deckplattendekors, mit denen der Gebrüder Spindler zu vergleichen. Ebenso zeigt die erlesene Motivzusammenstellung aus vielerlei Blumen- und Tierarten, Musikinstrumenten und kunstreich verschlungenen Bändern, sowie die Blumengebinde im Korb auf den Seiten der Kommode, die für die Gebrüder Spindler typische Motivik.
Das Dekor der Deckplatte zeigt mittig ein fantasievoll drapiertes Arrangement aus Musikinstrumenten, Blumen und Bändern, gerahmt von einer kraftvollen Kartusche. Die beiden Außenfelder, ebenfalls von schmückendem Bandwerk gerahmt, enthalten zierliche Blumensträuße mit Vögeln und Schmetterlingen. Die Vorderseite der Kommode mit den sechs Schubladen ist in von feinen Buchsbaumadern umrahmte Felder eingeteilt, die ebenfalls mit allerlei Blumen verziert sind.

Der allseitig gebauchte und geschweifte Korpus mit ebenso geschweifter, durchbrochener und kunstvoll ausgesägter Zarge ist Nussbaum und Nussbaumwurzel furniert, sowie mit zum Teil gefärbten, gravierten und brandschattierten Laub- und Obsthölzern intarisiert. Der tadellose Erhaltungszustand und die uneingeschränkte Gebrauchsfähigkeit lässt das Alter dieses Möbels fast vergessen, würde nicht die herrliche, über 260 Jahre gewachsene Patina daran erinnern. Auch die filigranen, floral gezierten Bronzebeschläge, sowie die originalen Eisenschlösser belegen die einzigartige Ausführungsqualität dieser Kommode.

So dürfte dieses außergewöhnliche Möbel höfischer Herkunft ein ganz besonderes Liebhaberstück für Kenner der deutschen Möbelkunst darstellen.

Lit.: Kreisel/ Himmelheber: „Die Kunst des deutschen Möbels“ Bd.II, Abb. 1076, sowie Abb. 623

ähnliche Stücke sind im kurfürstlichen Mannheimer Schloss vorzufinden


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