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Meisterhaft verarbeiteter Aufsatzschreibschrank des fürstbischöflichen Hofschreiners JACOB AREND

Meisterhaft verarbeiteter Aufsatzschreibschrank
Á trois corps

dem Hofebenisten in Fulda Jacob Arend zuzuchreiben,
um 1738

Nussbaum, Nusswurzel und Pflaume
auf Weichholzkorpus furniert,
originale Beschläge und Schlösser
Maße: 200 x 134 x 69 cm

Dieser meisterhaft verarbeitete Tabernakelsekretär aus drei Teilen ist dem berühmten Hofebenisten Jacob Arend (1688 – 1744) zuzuschreiben, der seine Tätigkeit als solcher 1726 in Fulda unter dem herausragenden Fürstabt Anton Adolph Freiherr von Dalberg begann, welcher sich mit dem Schloss Fasanerie – Adolphseck eine Sommerresidenz errichten ließ, die sein 1737 gewählter Nachfolger, der spätere Fürstbischof Amand von Buseck, prächtiger ausbauen ließ. Bereits die Familie Jacob Arends war eine bekannte Schreinerfamilie, die bis 1892 über fünf Generationen Hofebenisten in Fulda gewesen sind. Seine Lehre hatte er bei seinem Oheim, dem ebenso bekannten Hofebenisten der fürstbischöflichen Würzburger Residenz Servatius Arend abgelegt.

W. L. Eller schreibt über diesen Schreibschrank in seinem Buch « Schreibmöbel 1700 bis 1850 », S. 160/ 161:
„Das dreischübige Unterteil ist mehrfach geschwungen und gebrochen und weist doppelt gerillte Traversen auf, die auf einen östlichen Einfluss hinweisen. Die schräg gestellte Schreibklappe besitzt eine Marketerie in Gestalt eines Singvogels. Die stark hochrechteckige zentrale Türe wird von vier Schubladen auf jeder Seite flankiert. Schräg gestellte Lisenen dienen als Zentralverriegelung. Die Lisenen haben fein geschnitzte korinthische Kapitelle. Neben dem Bandelwerk befinden sich auf den Schubladen florale und figurale Marketerien. Die Beschläge sind mit Akanthusbandelwerk reich durchbrochen und stilistisch etwa 15 Jahre früher, insofern eine Ausnahme von der sonst eher umgekehrten Regel, dass sich die Gürtler und Schmiede den Moden schneller anpassen konnten und wollten als die überwiegende Zahl der Schreiner.“

Die prachtvollen teilweise durchbrochen gearbeiteten originalen Beschläge und Schlösser unterstützen die wunderschöne Patina optisch zusätzlich ebenso, wie das verschlungene Bandelwerk in Pflaume und die schwarz gefärbten Bänder, als auch die reichen floralen und figuralen Intarsien. Das Innenleben mit zahlreichen Schüben bietet mit seiner kunstvollen, wie auch praktischen Einteilung jede Menge Platz für Kostbarkeiten aller Art.

Dieses harmonisch vollendete Möbel, das jedem Ambiente einen gewissen Charme hinzufügt, zeugt in seiner Seltenheit und seiner herausragenden Qualität von dem exquisitem Geschmack höfisch - aristokratischem Interieurs.

Ein Vergleichsmöbel von Jacob Arend mit ähnlichem Verriegelungsmechanismus über die Ecklisenen existiert in G. Ehret: „Deutsche Möbel des 18. Jahrhunderts“, S. 126 Abb.101.

Des weiteren ist ein Schreibschrank von Jacob Arend im Victoria & Albert Museum unter der Museumsnummer W.23&B-1975 ausgestellt.

weitere Literatur:

- Eller, W.L.: „Schreibmöbel 1700 bis 1850“, S. 160/ 161, sowie Abb. 140
- Kreisel/ Himmelheber: „Die Kunst des deutschen Möbels“ Bd. II


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