Antiquitäten Kunsthandel in Berlin und Steinach Anja Ritter Kunsthandel

Prunkvoller Barock - Spiegel

Norddeutschland, um 1720
Holz geschnitzt und polimentvergoldet
reich beschnitzt
190 x 97 cm


Als der große, jahrtausendelange Entwicklungsprozess der Spiegelfertigung im späten 17. Jahrhundert mit der Technik des Giessens großer Glasflächen einen ersten Höhepunkt erreichte, konnten alte Wunschträume, die schon von den Renaissancefürsten geträumt wurden, in den Schlössern des Barock wahr werden. Der Spiegel war nicht mehr nur Toiletten- und Schmuckgegenstand, sondern wurde zum Gegenstand der Inneneinrichtung. Die neuen Flachspiegel vervielfachten nun das Kerzenlicht und die Zahl der Höflinge gleichsam ins Unendliche. Die Vorspiegelung, die Illusion wurde zum Grundmotiv des Barock. Ungeheure Geldsummen wurden für diese Leidenschaft verwendet.

Auch wurde solch außerordentlich teures Material wie das Spiegelglas immer in etwas adäquat Wertvolles gefasst, um es seinem Wert entsprechend in Szene zu setzen, was an unserem Beispiel der sehr aufwendig geschnitzte und polimentvergoldete Rahmen beweist.

So repräsentiert dieser kunstvoll gearbeitete Barockspiegel auf prunkvolle Art und Weise die Dekorationskunst des 18. Jahrhunderts, die in ihrer Leidenschaft ganze Spiegelsäle entstehen ließ. Ebenso findet die hohe Kunst des Barock, Symmetrie zu wahren, in der virtuosen Schnitzarbeit dieses Spiegels ihren Ausdruck. Die Polimentvergoldung des Rahmens unterstützt zudem die majestätische Erscheinung unseres Spiegels, der so eine glanzvolle Bereicherung für jeden Raum darstellt. Ein äußerst dekorativer Gegenstand, der auch, kombiniert mit modernem Interieur, Akzente setzt.

Verschlungene Ranken und Blätter die auch als Relief an den Seiten und am unteren Rand wiederzufinden sind, verzieren neben vereinzelten Blütenmotiven den Rahmen unseres Spiegels. Als oberer Blickfang fungiert ein detailreich durchbrochenes, mit üppiger, vegetabiler Ornamentik versehenes Schnitzwerk, das in drei stilisierten Straußenfedern seinen krönenden Abschluss findet. Eine typische Schnitzerei für den Norden Deutschlands.

Eine derartige Anordnung von Straußenfedern in der Krone oder als Helmzier sind zudem häufig in der Heraldik von Adelsfamilien im deutschsprachigen Raum wiederzufinden, sodass die Gestaltung unseres Spiegels auf eine adlige Provenienz in Norddeutschland schließen lässt. So findet sich beispielsweise im Wappen der Familie von Britzke, einem magdeburgischen Uradelsgeschlecht eine solche Anordnung, ebenso bei der Familie von Oppeln-Bronikowski, einem alten lausitzschen Adelsgeschlecht, dem rügenschen Adelsgeschlecht von Gagern, dem pommerellischen Adelsgeschlecht von Puttkamer und ebenso besaß Auguste von Prillwitz, die zweite Lebensgefährtin des Prinzen August von Preußen drei solcher Straußenfedern in ihrem Wappen.


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